Bildbeschreibung: Shell Game – Lost in Paranoialand

von Jonas Olbrich
Foto: Anna Kpok

Wir haben es uns bequem gemacht, von unserer Loge aus blicken wir in die Landschaft, zwischen Pilzgeflecht und geatmeter Luft ist kein Platz für uns, aber unsere Aufmerksamkeit liegt nicht auf der Szenerie, wachsam warten wir darauf das sich die Augen rot färben, das Master Control Program die Kontrolle übernimmt, der HAL 9000 sich offenbart, wir Skynet die Schuld geben können, damit wir, wenn wir endlich von den Maschinen versklavt worden sind, sagen können, na ich hab es doch von Anfang an gewusst und es war ja schon immer abzusehen, außer vielleicht bei unserem Thermomix, auf ihn konnte man sich immer verlassen, da wo wir das Gefühl haben etwas zu verstehen, da kann man vertrauen, da wo die Maschine noch kein Gesicht hat, wo sie noch keine von uns ist, obwohl unsere Zeit längst vorbei ist, nicht optimiert genug, unsere Abhängigkeit voneinander hat uns zu träge gemacht, die Synapsen sind verstopft, für die Einzelkämpfer besteht eventuell noch eine Chance, aber die Menschheit hat versagt, die Umwelt hat sich gegen uns verschworen, atmet synchron, das große Finale findet ohne uns statt, vielleicht noch einen letzten Keks, bevor wir endgültig Geschichte sind.


Ein Erlebnisbericht von Carlo de Vos zu Shell Game findet sich hier.

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